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Allg. Zeitung Mainz: Mehr Mut / Kommentar zur Rente / Von Claudia Nauth

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Mainz (ots) – Nirgendwo lassen sich gute und schlechte Nachrichten so schwer auseinanderhalten wie in der Rentenpolitik. Die zahlreichen gesetzlichen Eingriffe der vergangenen Jahrzehnte haben nämlich eine gigantische Geldumverteilung in Gang gesetzt, die die wenigsten Versicherten mit all ihren Konsequenzen überschauen. Zwei Beispiele: Freut sich der eine über seinen Rentenbezug seit 20 Jahren, macht der andere ein langes Gesicht wegen des abgesunkenen Rentenniveaus als Folge genau dieser stark angestiegenen Rentenbezugszeiten. Bekommt die Bundesregierung Lob von internationalen Organisationen für die vollzogene Anpassung des Systems an den demografischen Wandel, hat sie trotz gut gefüllter Rentenkassen Bauchweh, denn die bisherige Vorsorge trägt das Rentensystem relativ glatt bis bestenfalls 2030. Also wieder nachjustieren, und zwar schnell. Gut zehn Jahre ist nicht viel für das Ausarbeiten und Umsetzen einer großen Rentenreform, die in der Bundesrepublik bislang im parteiübergreifenden Konsens beschlossen wurde. Noch allerdings gehen die Vorstellungen der Parteien darüber weit auseinander. Vor allem ist noch kein wirklich überzeugendes Konzept in Sicht. Das mag vor allem am ungelösten Grundproblem liegen: Das umlagefinanzierte System wird eben nicht von einer ausreichenden Zahl von Beitragszahlern gestützt. Also mehr einzahlen, weniger herausbekommen und dafür länger arbeiten? Schlichtes Ja, wenn auch in Zukunft wieder nur an den herkömmlichen Stellschrauben gedreht und nicht radikaler gedacht wird.

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